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Experimentelle Forschung

Neben unserer klinischen Tätigkeit stellt die experimentelle Forschung einen wichtigen Schwerpunkt unserer wissenschaftlichen Aktivität dar. Mittelpunkt unserer experimentellen Studien sind folgende Themen:

Schistosomiasis

Die Schistosomiasis ist nach der Malaria die häufigste Tropenerkrankung. Rund 200 Millionen Menschen sind weltweit mit Schistosomiasis infiziert. Der von uns in Süßwasserschnecken der Gattung Biomphalaria glabrata (Zwischenwirt) und Mäusen (Endwirt) gehaltene Schistosoma mansoni-Zyklus dient der Entwicklung neuer Therapieansätze im Bereich der frühen, akuten Phase der Erkrankung, der antifibrotischen Therapie und der Entwicklung einer geeigneten Prophylaxe zur Vermeidung der Infektion.

Pneumocystis jirovecii

Pneumocystis kann sowohl beim Menschen als auch bei verschiedenen Tierarten (u.a. Nager, Schweine, Katzen, Hunde und Pferde) schwere Pneumonien verursachen. Die Pneumocystis Pneumonie (PCP) war bisher die häufigste opportunistische Erkrankung bei HIV-Patienten. Heute sind in zunehmendem Maße auch Patienten mit hämatologisch-onkologischen Grunderkrankungen und andere Immunsupprimierte betroffen.

Die laufenden Forschungsprojekte befassen sich mit der Optimierung der PCP-Diagnostik mittels molekularbiologischer Methoden, der therapiebegleitenden Kontrolle von PCP-Patienten mittels Polymerase-Ketten-Reaktion (PCR), der Überwachung von Risikopatienten (z.B. von HIV-positive Patienten) bezüglich einer Besiedelung mit P. jrovecii und der Untersuchung auf Sulfamethoxazol- sowie Trimethoprim-Resistenzen zur Therapieoptimierung.

Malaria und Sepsis

Jährlich sterben ca. 600.000 Menschen an Malaria tropica. Todesursache ist das Versagen lebenswichtiger Organe, zu dem eine Schädigung des Gefäßendothels wesentlich beiträgt. Ein Hauptmechanismus des Endothelzellschadens ist die Auslösung von Apoptose durch Sekretionsprodukte der neutrophilen Granulozyten. In vivo korrelieren erhöhte Plasmaspiegel der Elastase (Neutrophilenaktivierung) mit denjenigen des Thrombomodulins (Endothelschaden), und im Nieren- und Lungengewebe verstorbener Malariapatienten sind apoptotische Kapillarendothelzellen nachweisbar. In vitro führt die Koinkubation von Nabelschnur-Endothelzellen mit Serum von Malariapatienten und neutrophilen Granulozyten zur Apoptose der Endothelzellen. Die Apoptose kann durch Ascorbinsäure und Tocopherol (Antioxidantien) sowie durch Ulinastatin (Hemmstoff der Elastase) teilweise verhindert werden. Erste Beobachtungen haben gezeigt, dass diese Beobachtungen nicht nur für die Malaria, sondern auch für Sepsis durch Escherichia coli oder Staphylococcus aureus zutreffen. Dies bedeutet, dass Strategien zum Schutz des Gefäßendothels vor Apoptose, die für die Malaria tropica entwickelt werden, potenziell auch für die Sepsis nützlich sind, und umgekehrt.